Anthroposophie und Kosmologie
Sehen wir nach der anderen Seite hin, die manchmal auf dem falschen mystischen Wege gesucht wird. Ich habe davon gesprochen, wie der Wille des Menschen entwickelt werden kann, und davon, wie es möglich ist, nach dieser anderen Seite hin schlummernde Kräfte zu entwickeln. Dieser Wille kann so weit entwickelt werden, daß der ganze Mensch eine Art Sinnesorgan, das heißt Geistorgan, das heißt geistig-seelisch innerlich so durchsichtig wird, wie sonst das menschliche Auge durchsichtig ist. Wir brauchen nur daran zu denken, daß das menschliche Auge selbstlos im materiellen Sinn des Wortes sein muß, damit es das Organ des Sehens sein kann. Würde sich das Auge ausfüllen mit sich geltend machendem Materiellem, so würde sich sogleich unser Blickfeld verfinstern. So muß in geistig-seelischem Sinn unser ganzes menschliches Wesen werden. Unser ganzes Wesen muß geistig-seelisch durchsichtig werden. Dann stellen wir uns mit dem, was in unserem Willen lebt, in die geistig-seelische Welt schon in unserem Erdendasein hinein. Dann aber tritt das ein, wovon ich schon gestern andeutungsweise gesprochen habe: daß wir die Möglichkeit erlangen, die geistig-seelische Welt zu schauen, aber dadurch gerade unser Inneres beurteilen. Und ich habe gestern folgendes ausgeführt: Wenn wir als physisch-sinnliches Wesen der Außenwelt gegenüberstehen, so leben wir uns in die sinnlich-physischen Tatsachen der Außenwelt mit unserem ganzen Menschen ein, dann tragen wir davon in uns die seelischen Erinnerungsbilder. Ja, unser Seelisches besteht aus diesen Erinnerungsbildern. Man kann also sagen, das äußerlich Physisch-Sinnliche wird innerlich geschaut als ein Bildhaftes. — Umgekehrt sage ich: Wenn wir die Fähigkeit erlangen, durch uns selbst als Geistorgan in die Außenwelt als in eine geistige, mit geistigen Wesenheiten und geistigen Geschehnissen, hineinzuschauen, dann durchschauen wir dadurch gerade unser physisches Innere. Wir lernen dadurch die Wesenheit unserer Lunge, unseres Herzens und unserer anderen Organe erkennen. Die Geistigkeit der Außenwelt spiegelt sich in unserem Innern durch unsere physische Natur gerade so, wie sich die physische Außenwelt durch unsere geistig-seelische abstrakte Natur in uns spiegelt.