Anthroposophie und Kosmologie

GA 83/1922-06-05/p032 ·1922-06-05 · original (original)
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Wenn man auf der einen Seite das Geistig-Seelische hat, wie man es heute in sich trägt in dieser mehr oder weniger abstrakten Form, dann ist dieses Geistig-Seelische mit einem starken Bildcharakter behaftet, den wir eigentlich nur, wie wir sagen, innerlich anschauen können. Und wir müssen bei dieser inneren Anschauung stehenbleiben, wenn wir das betrachten, was Physiologie und Anatomie uns vom Menschen geben. Wenn wir alle die großartigen Resultate der gewöhnlichen Wissenschaft auf uns wirken lassen, dann haben wir etwas vor uns wie ein festes Gebilde in einer mannigfaltigen Struktur, aber etwas, was seinem Wesen nach grundverschieden ist von dem, was wir im Innern beobachten, wenn wir uns das Denken, Fühlen, Wollen in ihrer Gestaltung vor die Seele rufen, und wir finden nicht die Brücke vom einen zum andern. Wir sehen, wie die Seelenkundigen sich damit abplagen, ein Wechselverhältnis zu suchen zwischen dem, was sie auf der einen Seite auffassen in seiner Abstraktheit, Bildhaftigkeit, in der Art und Weise, die man eben nur innerlich anschauen kann, und dem, was äußerlich da ist. Das steht so weit voneinander ab, daß man eine Verbindungsbrücke mit dem gewöhnlichen Bewußtsein nicht ohne weiteres schlagen kann. Gehen wir aber unbefangen vor, fassen wir nicht die Illusion des festen Menschen ins Auge, sondern fassen wir ins Auge, wie der Mensch ein Flüssigkeitswesen, ein Luft-, ein Wärmewesen ist, dann kommen wir durch Einfühlen in uns selber dazu, das Wogen von Wärme und Kälte in den Strömungen unseres Luftkreislaufes wahrzunehmen, wenn wir uns eine innere Anlage dafür anschaffen.

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Cite: GA 83/1922-06-05/p032 · edition original