Anthroposophie und Kosmologie
Meine sehr verehrten Anwesenden, Sie werden vielleicht fragen: Ja, aber wie kann man, wenn man nun zu sehr frühen Erdenzuständen durch dieses Weltgedächtnis kommt, der Gefahr entgehen, einer allgemeinen Geistesschilderung sich hinzugeben, nicht einem konkreten Welterinnern? — Nun, da brauchen Sie wiederum nur das gewöhnliche Gedächtnis zum Vergleich heranzuziehen. Dadurch, daß unser Gedächtnis geordnet ist, werden wir, indem wir irgendein Erlebnis auftauchen fühlen, wenn dieses Erlebnis vor zehn Jahren abgelaufen ist, es nicht auf Vorgänge beziehen, die erst jetzt abgelaufen sind. Der Inhalt der Erinnerungsvorstellung weist uns von selbst auf die richtige Stelle in der Zeit hin, So ist es auch, wenn wir den Organismus in der richtigen Weise durchschauen, daß jeder einzelne Teil in ihm in der Tat auf die Zeit hinweist, die in irgendeinem Punkte der Weltentwickelung in Betracht kommt. Es gibt im Grunde genommen keine andere Möglichkeit, das, was uns die Naturwissenschaft gibt, indem sie ihre Beobachtungen aus der Gegenwart gedankenhaft in frühere Zustände hinein ausdehnt, in der richtigen Weise zu ergänzen als diese. Selbstschau des Menschen, die zu einer wirklichen Welterinnerung, zu einem Weltgedächtnis wird. Sonst werden wir immerdar in sehr eigentümliche Fehler verfallen müssen, wenn wir hypothetisch Weltentwickelungsideen konstruieren.