Anthroposophie und Kosmologie
Bedenken Sie nur, daß ich Ihnen heute dargestellt habe, wie das, was sonst nur im abstrakten Erkennen erfaßt wird, das Geistig-Seelische, das man nicht heranbringen kann an das Materielle, wie das geistig unendlich weit entfernt ist von diesem Materiellen. Was hat sich aber dadurch für unser ganzes Kulturleben herausgestellt? Dadurch, daß wir in der geschilderten Weise nicht in der Lage sind, für unser gewöhnliches Bewußtsein das Geistig-Seelische an das Materielle heranzubringen, haben wir eine rein materielle Anschauung über das Weltengeschehen: wir bilden uns gewisse Vorstellungen über das rein physische Weltengeschehen mit einem Anfang, der rein physisch nach den Gesetzen der Mechanik gedacht ist, und mit einem Ende, das nach der Wärmetheorie gedacht ist als der Wärmetod der Erde. Dabei nehmen wir uns als Menschen wahr, drinnenstehend in diesem Geschehen und uns daraus auf eine für die heutige Naturwissenschaft allerdings unerklärliche Weise herausentwickelnd. Aber wir können nimmermehr, wenn wir ehrlich sind, das was wir im seelischen Erleben erfahren, mit dem verbinden, was da draußen im materiellen Reich vor sich geht. Und in diesem tiefsten Seelischen verwebt sich mit unserem Denken, Fühlen und Wollen das, was moralische Impulse sind, was religiöse Kräfte sind. Sie leben in unserem Innern, im Geistig-Seelischen, das wir nicht heranbringen können an das Materielle.