Anthroposophie und Kosmologie
Eine solche Kosmologie ergibt sich, wenn man gelten läßt, wie wahre Selbsterkenntnis zu gewinnen ist. Nicht auf anthropomorphistische Weise gewinnen wir sie, nicht dadurch, daß wir mit unserem Ich-Erlebnis hinausgehen in die Weltenweiten. Indem wir in die Außenwelt untertauchen, erfahren wir immer mehr und mehr, was unser Ich ist; dadurch gewinnen wir Selbsterkenntnis. Tauchen wir aber in unser Inneres unter, dann wird unser Inneres zum Weltengedächtnis, dann lernen wir die Welterkenntnis. Gar mancher ahnt es schon, worin eigentlich das Geheimnis in der Welterkenntnis bestehen muß. Ich möchte in zwei Sätzen aussprechen, was diese Menschen ahnen: Gerade die Selbsterkenntnis und die Welterkenntnis müssen Wahrheiten sein, die sich gegenseitig tragen. Und solche, ich möchte sagen, wie in einem Pendelschlag hin und her sich bewegenden Wahrheiten sind diejenigen, die durch die hier geschilderte Welt- und Lebensauffassung gewonnen werden: als Selbsterkenntnis und als Welterkenntnis. Die beiden Sätze, in die ich das zusammenfassen möchte, sind: Willst du dich selbst erkennen, so suche in den Weltenweiten dich selbst; willst du die Welt erkennen, so dringe in deine eigenen Tiefen. Deine eigenen Tiefen werden dir wie in einem Weltgedächtnis die Geheimnisse des Kosmos erschließen.