I. Die Steigerung der menschlichen Erkenntnisfähigkeit zu Imagination, Inspiration und Intuition
Das alles treiben wir mit unserem Denkvermögen. Wir schließen die Gedanken, die Vorstellungen, die wir durch unser Denkvermögen erhalten können, an die Sinneseindrücke an. Dann entwickeln wir aber innerhalb unseres tagwachen Lebens noch etwas anderes. Wir sind von dem einen Ereignis, von dem einen Eindruck des Tages angenehm, von dem andern unangenehm berührt; wir sympathisieren mit dem einen Eindruck, der andere Eindruck ist uns antipathisch. In der mannigfaltigsten Weise und in den mannigfaltigsten Abstufungen ist diese Sympathie und Antipathie vorhanden. Und wir bezeichnen ja das, was wir da, ich möchte sagen, nach unserem menschlichen Inneren zu gelegen, an den Dingen so erleben, daß sie uns Freude machen, daß sie uns Schmerz machen, daß sie uns erheben, daß sie uns bestürzt machen, wir bezeichnen ja das als unser Fühlen mit den Dingen, und wir unterscheiden wohl deutlich zwischen unserem Fühlen und unseren Gedanken, die uns etwas Äußerliches repräsentieren. Unsere Gedanken leben nicht bloß in uns, sie repräsentieren uns etwas Äußerliches. Durch unsere Vorstellungen gewinnen wir etwas über die äußere Welt. Es liegt ja schon im Worte «Vorstellung», daß wir dadurch etwas über die äußere Welt gewinnen. Dasjenige, was wir vorstellen, das stellen wir nicht in, sondern wir stellen es vor uns. Der Gedanke weist uns also nach außen. Das Gefühl weist uns nach innen. Wir haben das deutliche Erlebnis, daß dasjenige, was wir fühlen, nach innen zu erlebt wird, und daß es mit dem Äußeren nicht in demselben Maße etwas zu tun hat wie der Gedanke, wie die Vorstellung.