Die physische Welt und die moralisch-geistigen Impulse Vier Stufen des inneren Erlebens

GA 84/1923-04-21/p009 ·1923-04-21 · original (original)
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Und endlich, er sieht hin auf das dritte Reich des Natürlichen, auf die Tierheit, mit der er seiner physischen Organisation nach selber so viel gemein hat, und er muß sich sagen: In der Tierheit ist das Moralische in solche Formen hineingegangen, daß es nicht mehr als Moralisches erscheint. Da übt das Raubtier die Grausamkeit, ohne daß man ein Recht hat, das als Grausamkeit auch im moralischen Sinne zu bezeichnen, weil das Tier hinuntergegangen ist unter dasjenige Niveau, wo der moralische Impuls als ein moralisch-geistiger Impuls bezeichnet werden darf. Und dann schaut der Mensch wohl auf seine eigene physisch-materielle Natur hin und findet, daß er mit einem Teil seines Wesens ebenso hinuntergegangen ist. Dennoch steht vor ihm die Forderung, wenn er seine volle Menschenwürde erfüllen will, in diese heruntergesunkene Wesenheit, in sich selber einzuführen die moralischen Impulse. Da gibt es innerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins keine Möglichkeit, einen harmonischen Einklang, ein Ineinanderschlagen der physisch-materiellen Impulse und der geistig-moralischen Impulse zu erkennen. Da fallen das Geistige und das Stoffliche auseinander. Und der Mensch blickt hin auf seinen vor ihm stehenden Erdenlauf bis zum Tode und sagt sich, er werde bis zum Tode in bezug auf sein eigenes Wesen in diesem Zwiespalte leben, daß er auf der einen Seite seine physisch-materielle Organisation hat, für welche die Forderung besteht, einzuführen die moralisch-geistigen Impulse, und auf der andern Seite ihm die Natur zeigt, daß überall die moralisch-geistigen Impulse in den unmittelbaren Naturgesetzen nicht zur Wirksamkeit gelangen können. In diesen Dualismus sieht er sich hineinversetzt bis zu seinem Tode.

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