{"corpus":"steiner","locus":"GA 84/1923-04-21/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun aber stehen im menschlichen Erdenleben zwei Zustände einander entgegen: Der Zustand des Wachens vom Aufwachen bis zum Einschlafen, der Zustand des Schlafens vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Während des Zustandes des Wachens lebt der Mensch durchaus in derjenigen Welt, wo sich Geist und Materie streng gegenüberstehen, wo der Geist nicht herankann an die Materie, um sie zu durchsetzen, wo die Materie ohnmächtig ist, sich zum Geistigen in ihren Vorgängen zu erheben. Dann aber, wenn der Mensch eingedrungen ist in jene Welt, von der ich gesagt habe, daß sie herauftöne aus dem tiefen Schweigen der Seele, dann erblickt der Mensch jene Tätigkeit, der er sich hingibt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, der Tätigkeit seines astralischen Leibes. Und dann weiß er, daß er das Erdenleben mit jedem Einschlafen verläßt und mit jedem Aufwachen wieder zurückkommt. Dann weiß er, daß er in diesen schlafenden Unterbrechungen des Erdenlebens in jener Welt lebt, in der er zunächst vorbereiten kann die Verbindung des Geistes mit der Materie. Aber in alledem, was da in den Schlafzuständen zwischen der Geburt und dem Tode in einem dünnen ätherisch-astralischen Elemente gewoben wird, so daß es wiederum eintritt beim Aufwachen in die Dualität zwischen Geist und Materie als das, was der Mensch lebt und webt in allen den Lebensperioden, die er schlafend zwischen der Geburt und dem Tode durchmacht: In alledem lebt dasjenige, was dann, wenn der Mensch sein Wesen durch die Pforte des Todes trägt, eintritt in jene Welt, in der es das nicht gibt, daß die Materie ohnmächtig ist, sich mit ihren Prozessen zur Geistigkeit zu erheben, daß der Geist nicht an die Materie herankommen kann. Sondern der Mensch tritt da mit alledem, was er sich im Schlaf gewoben hat, in diejenige Welt ein, in der alles der Materie Ähnliche sich zu geistigen Vorgängen erhebt, in der der Geist fortwährend in die Materie eingreift. Und er sieht, daß die Dualität zwischen Geist und Materie nur in der Welt vorhanden ist, die er episodisch durchmacht zwischen der Geburt und dem Tode. Er weiß ferner, daß er da in eine ganz andere Welt eintritt, die ihm nur wie im Spiegelbild, wie in einer Fata Morgana erscheint zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, wo er sich vorbereitet für die Realität dieser Welt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die physische Welt und die moralisch-geistigen Impulse Vier Stufen des inneren Erlebens","site_heading":null,"date":"1923-04-21","location":null,"word_count":370,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/84/1923-04-21/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/84/1923-04-21/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/84/1923-04-21/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}