Die menschliche Erkenntnisfähigkeit in der ätherischen Welt

GA 84/1923-04-22/p016 ·1923-04-22 · original (original)
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Sehen Sie, es liegt eine Welt von irdischen Widersprüchen und himmlischen Einklängen in diesem Sichdurchringen: Irdische Widersprüche so, daß man durch alles dasjenige, was man zunächst für das alltägliche Leben hier auf Erden hat, im Grunde genommen an dieses eigene wahre Ich nicht herangelangen kann. In diesem Erden-Ich lebt eigentlich nur das erste Rudiment der Liebe. Und schon dadurch ist dem Leben auf Erden ein Glanz verliehen, daß die Kraft der Liebe in dieses irdische Leben hereinstrahlt. Aber diese Liebe muß gesteigert werden. Diese Liebe muß so gesteigert werden, daß der Mensch fähig wird, durch die Steigerung der Liebe die Ätherwelt und die Astralwelt wahrzunehmen, und damit eigentlich dasjenige, was als sein Ich, als der Egoismus, als das Gegenteil der Liebe in ihm lebt, was im Leben als das Gegenteil der Liebe ihm die Möglichkeit gibt, als eigenes Ich sich zu empfinden innerhalb des Erdenlebens, das zu überwinden. Die Liebe muß so stark werden, daß man lernt, dieses Ich der Erde zu übersehen, es zu vergessen, nicht mehr achtend auf es hinzuschauen. Liebe ist das Aufgehen des eigenen Wesens in dem anderen. Das muß so stark sein, daß man des eigenen Ichs, wie es im irdischen Leibe lebt, nicht mehr achtet. Dann tritt der Widerspruch auf, daß man gerade durch Selbstlosigkeit, durch höchste Liebefähigkeit an das eigene wahre Ich herandringt, das in der Ferne der Zeiten dann uns entgegenleuchtet.

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