Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie
Wenn man dies in der Art tut, wie die anthroposophische Forschung es will, nämlich daß man zuerst voll stehe auf dem Gesichtspunkte der Naturwissenschaft, daß man sich vollständig durchgerungen hat, in objektiver Weise losgelöst zu haben die Forschungsmethoden vom Menschen und das persönliche Ringen eingeführt zu haben in das Losgelöste, dann kommt doch etwas anderes heraus. Dann achtet man die Forderung der Naturwissenschaft und führt zugleich das Menschliche ein in das Objektive der Naturwissenschaft. Und da muß man schon sagen: Hat man sich durchdrungen mit der Erkenntnis der Naturwissenschaften seit den letzten Jahrhunderten, besonders des neunzehnten Jahrhunderts, indem man sich gewissermaßen seelisch durchaus erfüllt hat mit dem, was der Geist der Naturwissenschaften ist, und kann man dann dennoch mit seiner ganzen Persönlichkeit sich hingeben, gerade an die Dinge, die die Naturwissenschaft schildert, dann wird eine Gabe der menschlichen Natur, die sonst durchaus nicht als eine Erkenntniskraft betrachtet wird, zu einer Erkenntniskraft. Diese Hingabe an etwas, was als etwas Objektives errungen ist, sie wird zuletzt auch zu einer objektiven Ausgestaltung der menschlichen Liebe. Wenn man mit voller Achtung der naturwissenschaftlichen Denkweise, nachdem man vom naturwissenschaftlichen Gesichtspunkte aus, soweit es möglich ist, die Welterscheinungen überschaut hat, sich dieser Denkweise entäußern kann, wenn man so viel Heroismus beim Forschen aufbringt, daß man sich in das naturwissenschaftlich Gegebene mit einer solchen Hingabe versenkt, wie man sich sonst nur versenkt, wenn man in der Welt Liebe, besonders menschliches Lieben, entwickelt, dann wird die Liebe selbst zur Erkenntnis, und dann dringt man mit der Liebe, die die Metamorphose durchgemacht hat, um zur Erkenntniskraft zu werden, hinter dasjenige, was die Naturwissenschaft zu geben vermag.