Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie

GA 84/1923-04-30/p017 ·1923-04-30 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Das ist die Arbeit nicht eines Tages, sondern langer Epochen des Menschenlebens, hindurchzudringen zu denjenigen Wesenheiten, die hinter den Grenzen des Naturwissenschaftlichen liegen. Was sich aber dann ergibt, ist Folgendes: In dem Augenblicke, wo man gewissermaßen jene Grenzen durchbricht und hinter die Kulissen schaut, die aufgerichtet sind durch die naturwissenschaftliche Erkenntnis, wird | einem an dem Menschen selbst merkwürdigerweise etwas durchsichtig, was vorher immer undurchsichtig geblieben ist: Wir wachen des Morgens auf, verbringen unser Tagewerk mit wachendem Bewußtsein aus den Kräften des Erdenfühlens und unserer Seele heraus, wir schlafen des Abends ein. Dasjenige, was geschieht mit dem Seelisch-Geistigen im Physisch-Leiblichen, das entzieht sich dem menschlichen Bewußtsein. Was da hereinspielt in das menschliche Leben, sind die verworrenen Träume ohne Erkenntniswert. So daß wir sagen können: Die gesamte Entwickelung des menschlichen Lebens setzt sich zusammen aus demjenigen, was wir wachend durchleben und demjenigen, was wir schlafend verbringen. Und wir achten nicht darauf, daß, wenn wir zurückschauen, wir immer den Morgen an den Abend anstückeln, und dasjenige aus dem Bewußtsein herausfallen lassen, was wir mit ihm nicht erreichen können, was sich dem Bewußtsein entzieht, daß wir ausschalten die Strecken, die wir verschlafen haben. Nun fragt es sich, ob denn für den Menschen dasjenige, was ihm seelisch-geistig der Schlaf gibt, nicht ebenso wichtig sein könne wie dasjenige, was ihm der Wachzustand gibt.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/84/1923-04-30/p017.json
Cite: GA 84/1923-04-30/p017 · edition original