{"corpus":"steiner","locus":"GA 84/1923-04-30/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Indem wir immer mehr hinsehen gegen das Ende des normalen Menschenlebens, sehen wir, wie andererseits auftaucht gegenüber dem untergehenden geistigen Menschenleben des vorgeburtlichen Daseins, das geistig-seelische Wesen des geistigen nachtodlichen Menschendaseins. Da sehen wir in jedem einzelnen Zeitpunkte des Erdenlebens ein Maß dessen, was der Mensch sich mitgebracht hat aus den Ewigkeitswelten ins Erdendasein, was er sich zimmert, um es hindurchzutragen durch die Pforte des Todes in eine geistige Welt; erkennend dringen wir zur Unsterblichkeit vor. Der Weg, den ich Ihnen schildere, um durch Überschreitung der Mystik, der Naturwissenschaft zur Erkenntnis des Menschen zu kommen, ist keiner, den man abtun kann, indem man ihn obenhin als «hellseherisch» bezeichnet; das ist ein Weg, bei dem man weiß, wie jeder Schritt auf den vorhergehenden so folgt, wie der Mathematiker weiß, wie eine mathematische Ableitung auf die andere folgt. Der Weg, den ich Ihnen skizzieren konnte — wobei ich auf die genannten Bücher verweise -, ist der Weg der Anthroposophie, jener Weg, welcher erkenntnismäßig, so daß man über jeden Schritt dem strengen Mathematiker Rechenschaft ablegen könnte, zum Ungeborensein und Unsterblichsein der Menschenseele hinführt, und der zeigt, wie man dann nicht mit der Naturwissenschaft innerhalb der Welt stehen zu bleiben hat, um in den Menschen hereindringen zu können, wie man nicht in der Mystik beim Menschen stehen bleiben muß, um an die Welt heranzudringen, sondern wie man erkenntnismäßig Weltendasein mit der Erkenntnis des Menschendaseins verbinden kann. Wenn so genügend Naturwissenschaft, wenn so genügend Mystik weitergeführt wird, dann wird sich für die künftige Geisteszivilisation der Menschheit wiederum die Möglichkeit bieten, das Wort, das an den Menschen so gewaltig mahnend herantritt, das Wort «Erkenne dich selbst!» zu erfüllen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1923-04-30","location":null,"word_count":272,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/84/1923-04-30/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/84/1923-04-30/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/84/1923-04-30/p019","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}