Wie Erlangt Man Erkenntnis der Übersinnlichen Welt?

GA 84/1924-05-26/p013 ·1924-05-26 · original (original)
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Diese erste Stufe der Erkenntnis des Übersinnlichen sei genannt die imaginative Erkenntnis. Ihre Fähigkeiten müssen wir entwickeln, wenn wir in die erste Sphäre der übersinnlichen Welt eintreten wollen. Werden solche Übungen genügend lange fortgesetzt — bei dem einen Menschen, je nach der Individualität, dauern sie jahrelang, bei manchem monatelang -, dann kommt der Mensch endlich dazu, in einer in gewissem Sinne vollendeten Art, so wie man sonst im gewöhnlichen Bewußtsein abstrakt denken kann, ein Bilderbewußtsein zu entwickeln; in Bildern nicht träumen, sondern denken zu können. Dann aber, wenn man genügend weit mit einem solchen bildhaften Denken fortgeschritten ist, dann weiß man durch das unmittelbare Bewußtsein: dieses Bilddenken taucht nicht unter in die Körperlichkeit, ist frei und unabhängig von der Körperlichkeit. Man fühlt sich nun in diesem unabhängigen Bilddenken, man lebt ganz darinnen, man lebt jetzt so in diesem unabhängigen Bilddenken, wie man sonst in seinem physischen Leibe lebt. Wie man in seinem physischen Leibe fühlt mit den allgemeinen Körpergefühlen, mit all demjenigen, was man vielleicht an Schmerz oder allgemeinem Wohlbehagen von diesem Körper in das Seelische hineinströmen fühlt, wie man sich sonst, kurz gesagt, in seinem physischen Leibe fühlt, fühlt man sich jetzt in einem feineren, in einem zweiten Menschen. Man hat gelöst von diesem physischen Leibe diesen zweiten Menschen und man kann dann aus innerer Erfahrung, aus dem unmittelbaren Leben heraus sagen: Ich erlebe mich als Mensch nicht nur im physischen Leibe, ich erlebe mich als Mensch in einem ätherischen Leibe, in einem Leibe von feinerer Substantialität. Man weiß nun aus Erfahrung, daß ein zweiter Mensch in dem ersten darinnensteckt. Ebenso, wie man durch die physischen Werkzeuge des physischen Leibes in der physischen Welt wahrnehmen kann, durch das Auge die Farben, durch die Ohren die Töne, so kann man jetzt - wenn man sich im ätherischen Leibe fühlt und sich weiß wie ein zweiter Mensch durch diesen ätherischen Leib, der ebenso organisiert ist wie der physische — eine neue Welt wahrnehmen, die für den physischen Leib undurchdringlich bleibt.

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