Wie erlangt man Erkenntnis der übersinnlichen Welt?
Will der Mensch weiterschreiten, dann muß er zu der Imagination und zu dem leeren Bewußtsein eine dritte Erkenntnisfähigkeit hinzutragen, eine Erkenntnisfähigkeit, die von dem heutigen Bewußtsein sehr häufig nicht als eine Erkenntnisfähigkeit angesehen wird. Eine Fähigkeit, die zwar im Menschenleben die denkbar größte Rolle spielt, der man aber nicht das Recht zuerkennt, im Wissen irgendwie etwas auszumachen. Das ist die menschliche Kraft der Liebe: Die Liebe, die den Menschen mit anderen zusammenführt in der Art, daß er sich dem Wesen, das er liebt, nähert durch den physischen Leib oder durch die im physischen Leib verkörperte Seele oder den verkörperten Geist. Durch die Weiterausbildung dieser Liebe, so daß diese Liebe hineinreichen kann in das Erleben des Ätherleibes zuerst, daß man aber diese Liebe auch hinüberbringen kann in das Erleben im astralischen Leibe, durch das Weiterentwickeln dieser Liebefähigkeit gelangen wir zuletzt dazu, nicht nur unseren physischen Leib erkennend zu erleben, sondern wir gelangen dazu, nach und nach die Liebe so weit steigern zu können, daß wir nicht nur andere Wesen sehen, sondern auch mit diesen anderen geistigen Wesenheiten — wir selbst sind dann Geist — so in Beziehung treten können, wie wir mtt physischen Menschen auf der Erde in Beziehung getreten sind. Die Intuition gibt die Möglichkeit, mit Geistwesen zu verkehren, wie die physischen Fähigkeiten dem Menschen die Möglichkeit geben, auf der Erde mit physischen Menschen zu verkehren. Haben wir aber die Liebefähigkeit soweit getrieben, daß uns das Geistige objektiv wird, wie uns in der physischen Welt das Sinnliche objektiv ist, dann gelangen wir dazu, nicht nur zurückzuschauen in unser vorirdisches geistiges Dasein, sondern wir schauen zurück in frühere Erdenleben, und Tatsache wird für uns, daß wir das ganze Menschenleben durchgehen in Daseinsformen zwischen Geburt und Tod und dann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wiederum von der Geburt bis zum Tode, wiederum vom Tode bis zur neuen Geburt, daß wir das Leben durchleben in aufeinanderfolgenden Erdenleben und in aufeinanderfolgenden rein geistigen Leben. Wir lernen zurückschauen auf unsere früheren Erdenleben und sehen das jetzige, gegenwärtige Leben als eine Wiederholung dieser früheren an.