8. Der Herakles-Mythos

GA 87/1901-12-28/p019 ·1901-12-28 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Auch wenn die Mitschrift noch nicht die später übliche Genauigkeit aufweist» (Even though the transcript does not yet have the accuracy usual later). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 87), which calls the cycle the earliest of which a listener's transcript exists. The translation is the maintainer's, not a published one.

[Erstens:] Der ‘Nemeische Löwe’: Er stellt sich uns als ein Nachkomme jenes Geschwisterpaares Phorkis — Keto dar. Die Verwandtschaft anzuführen würde zu nichts weiter führen, aber die genealogische Gliederung stimmt vollständig. Das Wichtige dabei ist, dass der Löwe ein undurchdringliches Fell hat. Herakles kann ihn nur erwürgen. Das tut er und bringt ihn seinem Herrn. Sein Herr bekommt aber nun vor ihm Angst, sodass Herakles auf dessen Befehl außerhalb der Stadt bleiben muss. Die undurchdringliche Naturgewalt wird durch das undurchdringliche Fell voll dargestellt. Man kann den Schleier nicht durchdringen, ihn nicht mit Pfeilen durchbohren; man kann ihn nur bestehen lassen, man kann ihm nur seine gewaltigen Willenskräfte lähmen. Man muss ihn aber doch als Wesenheit neben sich bestehen lassen. Er kann nicht völlig getötet werden.

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Cite: GA 87/1901-12-28/p019 · edition original