8. Der Herakles-Mythos

GA 87/1901-12-28/p030 ·1901-12-28 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Auch wenn die Mitschrift noch nicht die später übliche Genauigkeit aufweist» (Even though the transcript does not yet have the accuracy usual later). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 87), which calls the cycle the earliest of which a listener's transcript exists. The translation is the maintainer's, not a published one.

[Achtens:] Nun kann Herakles eine ganz wichtige Arbeit vollbringen. Er kann die den Menschen feindliche Welt auf seiner höchsten Stufe überwinden. Die Prüfungen erneuern sich immer wieder von Neuem, und dasjenige, was jetzt zu überwinden ist, das stellt sich uns in der achten Arbeit, der Überwindung der «Feuerspeienden Rosse des Aressohnes Diomedes dar. Diese «feuerschnaubenden Rosse werden uns sofort klar, wenn wir hören, dass sie mit Menschenfleisch gefüttert werden müssen. Die menschenfeindliche Gewalt auf der höheren Stufe ist das, was dem Menschen noch eine Prüfung auferlegen kann, wenn er auch schon eine hohe Stufe in der geistigen Überwindung errungen hat. Er überwindet hier dadurch, dass er die Rosse selber vorführt und sie dann in den Olymp führt, wo sie von wilden Tieren zerrissen werden. Nun ist er fähig, die weiteren Prüfungen zu vollziehen. Wir sehen, wie sich ihm allmählich das, was der Mensch auf seinem Entwicklungsgang erreichen kann, zu einem abgerundeten Ganzen bildet.

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