8. Der Herakles-Mythos
[Zwölftens:] Bevor Herakles die zwölfte Arbeit vollbringt, lässt er sich in die Mysterien einweihen. Das wird uns erzählt. Wir brauchen da nicht zu deuten. Bevor er seine zwölfte Arbeit macht, wird er in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht. Und was vollbringt er hier? Er steigt in die Unterwelt, befreit den Theseus und erlangt das, was man bezeichnet mit den Worten: Er kann den Cerberos aus der Unterwelt heraufholen. Ihm wird das Geheimnis der Unterwelt klar. Herakles erlangt die Heraklit’sche Weisheit von der «Überwindung des Lebens mit dem Tode». Er lernt verstehen die Heraklit’sche Formel, in der er sagt: Es wäre die Verehrung des Dionysos gleichzeitig die Verehrung des Hades. In ihr fließt zusammen die höchste Gottheit des Lebens mit dem Gott der Unterwelt, dem Hades. Die Frucht ist also die Erreichung der Unterwelt, etwas, was uns schon bei Odysseus entgegentritt. Es ist die symbolische Darstellung des Initiationsprozesses, die uns in der Herakles-Sage vorliegt. Sie bleibt nur deshalb so unverständlich, sodass man mit ihr nichts Rechtes anzufangen weiß, weil sie nicht eigentlich auf dem Boden der griechischen Philosophie erwachsen ist, sondern auf dem Boden des Mysterienwesens.