15. Das Christentum Der Evangelien

GA 87/1902-02-15/p009 ·1902-02-15 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Auch wenn die Mitschrift noch nicht die später übliche Genauigkeit aufweist» (Even though the transcript does not yet have the accuracy usual later). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 87), which calls the cycle the earliest of which a listener's transcript exists. The translation is the maintainer's, not a published one.

Das Johannes-Evangelium ist entweder eine Mitteilung von Augenzeugen oder eine Offenbarung. Wer auf dem Standpunkte des exoterischen Christentums steht, welches der Standpunkt der sinnlichen Wahrnehmbarkeit der Persönlichkeit Jesu ist, der muss auf diesem sinnlichen Augenschein fußen. Wenn man aber auf dem positiven christlichen Standpunkt steht, so muss man über das Evangelium des Johannes die Ansicht [Bunsens] haben, der ungefähr so schließt: Ist das Johannes-Evangelium ein Mythos, so gibt es keinen geschichtlichen Christus, und ohne diesen ist das ganze Christentum ein Wahn, die Gottesverehrung ist eine Gaukelei, die Reformation ein Verbrechen.—Sie schen, dass dieser Gelehrte über die zwei Dinge nicht hinwegkommt: Entweder gilt uns das Evangelium des Johannes, oder es gilt uns nicht. Gilt es als etwas, was hinterher ersonnen ist. oder dergleichen, so kann die Grundidee, die Grundwesenheit des Christentums nicht aufrechterhalten werden.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/87/1902-02-15/p009.json
Cite: GA 87/1902-02-15/p009 · edition original