{"corpus":"steiner","locus":"GA 87/1902-02-15/p045","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir finden ferner bei verschiedenen Schriftstellern des ersten Jahrhunderts merkwürdige Andeutungen, die wir uns kaum erklären können, die als selbstverständlich hingenommen werden und für welche die ersten christlichen Schriftsteller schon keine rechte Empfindung mehr haben, weil sie ihren Ursprung nicht mehr kennen. Es wird uns erzählt, dass die Christen ihr Antlitz nicht wenden beim Morgengebet nach dem Tempel von Jerusalem, wie die Juden, sondern zum Sonnenaufgang. Die christlichen Kirchenschriftsteller erachten es als selbstverständlich, dass die Christen das Antlitz gegen Osten richten. Die Essäer opferten nicht dem Judentum. Sie richteten das Antlitz nicht nach dem Tempel in Jerusalem, sondern nach Osten. Von hier ab bis zu dem Buche des Jakob Böhme «Die Morgenröte», bis zum «Faust», wo er die Morgenröte bewundert, führen alle diese Vorstellungen zurück auf die alte essenische Vorstellung vom Richten des Antlitzes nach Osten beim Gebet.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"15. Das Christentum Der Evangelien","site_heading":null,"date":"1902-02-15","location":null,"word_count":138,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/87/1902-02-15/p045","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/87/1902-02-15/p045"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/87/1902-02-15/p045","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Auch wenn die Mitschrift noch nicht die später übliche Genauigkeit aufweist","evidence_translation":"Even though the transcript does not yet have the accuracy usual later","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 87), which calls the cycle the earliest of which a listener's transcript exists. The translation is the maintainer's, not a published one."}}