15. Das Christentum Der Evangelien

GA 87/1902-02-15/p051 ·1902-02-15 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Auch wenn die Mitschrift noch nicht die später übliche Genauigkeit aufweist» (Even though the transcript does not yet have the accuracy usual later). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 87), which calls the cycle the earliest of which a listener's transcript exists. The translation is the maintainer's, not a published one.

Ferner finden wir ein deutliches Bewusstsein von Persönlichkeiten, die einen tieferen Einfluss ausgeübt haben auf das erste Christentum. Bei Epiphanios finden wir eine neue Stelle, welche mir bedeutender erscheint als manches andere. Wir lesen da: Anfangs hießen alle Christen «Naziräer, doch hatten sie für eine kurze Zeit den Namen [Jessäer], ehe zu Antiochia der Ausdruck «Christianer» aufkam.—So haben wir hier eine Andeutung, die wir noch vertiefen werden, darüber, wie dort das Bewusstsein vorhanden war, dass die Christen oder Christianer, wie man sie nannte, nichts anderes sind als eine Fortsetzung der Essäer. Wir haben es also zu tun mit den ersten Zeiten unserer Zeitrechnung und da mit der Anschauung, dass in Palästina innerhalb des Judentums der essenische Einfluss immer größer und größer geworden ist und sich auslebte als eine neue religiöse Strömung. Wir haben da das Bewusstsein, dass die Essäer die ersten Christen waren und dann die späteren den Namen Christianer angenommen haben.

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