17. Der Christusgedanke im ägyptischen Geistesleben
Jetzt handelt es sich darum, diesen Priester zu einem Diener der Menschheit zu machen, sodass man es schon in diesem Leben ein Stück auf dem Osiris-Pfade weiterbrachte, dass er nicht bloß Wahrheit überlieferte, sondern seinen Geist präparierte, umwandelte, sodass das, was für die anderen bloß äußere Wahrheit ist, für ihn eine heilige Wahrheit war, die mit ganz anderen Gefühlen und Empfindungen verknüpft war. Tatsächlich war ein ägyptischer Priester etwas ganz anderes als ein anderer Mensch. Er war ein Mensch, welcher in seinem Leben ein vergeistigtes, ein verinnerlichtes Leben führte, weil er durchgemacht hatte den Prozess des Hinabgestiegenseins zu den Toten. Er hatte seinen Körper verlassen und war in den Gefilden der Unendlichkeit gewesen, und er hatte nach drei Tagen wieder Besitz ergriffen von seinem Körper, erweckt durch die aufgehende Sonne und durch den Vater des Himmels und der Erde, den Gott Ra. Dieser Vorgang, der die Initiation auf der untersten Stufe bedeutet, war zweifellos das, was bei den Essäern auch gelebt hat in einem höheren Grade. Sie haben den Initiationsvorgang gekannt und zweifellos mit den Anschauungen und Gebräuchen von Ägypten herübergenommen.