20. Die Apokalypse
Er spricht von den Volksreligionen als von einem äußeren Symbol dessen, was es wirklich sein soll. Apollonius macht auf eine sehr wichtige Vorstellung aufmerksam, die er nur aus heidnischer Mystik geschöpft haben kann. Er macht darauf aufmerksam, dass man es in den verschiedenen Kultushandlungen, welche mit dem Mysten vollzogen worden sind, nicht nur zu tun hat mit Ereignissen, welche den Weltprozess darstellen, sondern dass man es auch zu tun hat mit der Darstellung von Erscheinungen der Natur in symbolischen Handlungen. Daher erscheint uns bei Apollonius ein höchst wichtiger Begriff, der uns hineinführt in das Verhältnis, welches besteht zwischen dem Christentum und der damaligen Zeit. Er zeigt, dass man alles dasjenige, was man um sich sehen kann, und auch das, was am gestirnten Himmel ist, die Gestirne, als Symbol betrachten kann, dass alles das nichts anderes sei als Symbol für geistige Vorgänge, die den Weltkosmos beherrschen. Diejenigen, welche meinen vorgestrigen Vortrag über Goethes «Faust» gehört haben, werden sich erinnern, dass da etwas Ähnliches gesagt wurde: Alles Äußere, «alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis». Das spricht also Apollonius aus. Es ist aber die gemeinschaftliche Anschauung des ganzen damaligen Zeitalters.