22. Paulinisches Christentum Und Johanneisches Christentum

GA 87/1902-04-05/p028 ·1902-04-05 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Auch wenn die Mitschrift noch nicht die später übliche Genauigkeit aufweist» (Even though the transcript does not yet have the accuracy usual later). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 87), which calls the cycle the earliest of which a listener's transcript exists. The translation is the maintainer's, not a published one.

Neben dem populären Christentum des Paulus hat also auch eine esoterische Auffassung, die Schule des Johannes bestanden. Einer Reihe von Schriftwerken verdanken wir die darauf bezüglichen Mitteilungen. Sie tauchen auf im sechsten Jahrhundert nach Christus, und später bilden sie die Unterlagen der verschiedenen Kirchenschriftsteller. Später werden sie zugeschrieben dem [areopagischen Schriftsteller], dem Dionysios, der in Athen von Paulus zum Christentum bekehrt worden sein soll. Oft ist das alles für falsch gehalten worden. Aber man kann nicht verstehen, was das heißen will. Man kann es nur so vielleicht aufzufassen, dass der Dionysios die Schriften nicht selbst verfasst hat. Wenn wir aber diese Schriften verfolgen, finden wir noch eine vertieftere Auffassung des Christentums. Der Verfasser wird nicht genannt, die Bezugnahme der Kirchenschriftsteller zeigen aber jedenfalls, dass diese Schriften vorhanden waren. Alle Spuren weisen darauf hin, dass sie nicht im [frühen] lateinischen Christentum vorhanden waren, sondern dass wir sie recht spät erhalten haben. Wir haben es da also zu tun mit Schriften, welche widerspiegeln die Anschauungen der ersten Kirchenväter der griechischen Kirche. Der Verfasser stellt sie uns dar als eine Ausbildung der alten Mysterien-Verhältnisse, als der Glaube an Gott, der nur auf mystische Weise zugänglich ist.

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Cite: GA 87/1902-04-05/p028 · edition original