23. Augustinus
Wenn wir die Lehre von der Wiederverkörperung, der Reinkarnation nehmen, sie ist es, welche einzig und allein einer ewigen Weltordnung entspricht, die in sich streng geschlossen ist, die einzig und allein uns zeigt, wie Welt und Gott identisch sein können, weil nur unter der Voraussetzung dieser Lehre ein völliger Ausgleich, eine Harmonie zwischen Wahrem und Falschem, kurz eine völlige Harmonie zwischen allen scheinbar auseinandergehenden Ideen möglich sein kann. Ich meine, dass der Mensch sich nicht nur einig fühlt mit irgendeinem göttlichen Wesen, sondern mit dem ewigen Geist, welcher die ganze Welt durchzieht, und diesen Geist nicht nur als die einige Gottheit, sondern auch als die Individualität, die durch jedes Einzelleben hindurchgeht, fühlt; ich meine also die Wiederverkörperung des Geistes, die uns auch in der buddhistischen Lehre entgegentritt, welche nicht einen, sondern viele Buddhas hat. Diese Lehre [von der Wiederverkörperung] war zweifellos etwas, was als Grundton in der alten Lehre der Gnostiker enthalten war. Wir begreifen jetzt, warum tiefer Eingeweihte, Schüler des Dionysios, sich mit diesem Apostelnamen immer und immer wieder belegten. Wie die Pythagoreer waren sie der Meinung, dass der Geist des Gründers noch in ihnen fortlebte. Sie erkannten ihn in sich, wie die Pythagoreer ihren Urvater in sich erkannten. Erst in späterer Zeit sind dann die Lehren [des Dionysios] aufgezeichnet worden. Der, welcher sie aufgezeichnet hat, hat sich als eine Persönlichkeit betrachtet, die im Geist hinaufreicht bis in die Zeit der Gründung des Ordens.