23. Augustinus

GA 87/1902-04-19/p029 ·1902-04-19 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Auch wenn die Mitschrift noch nicht die später übliche Genauigkeit aufweist» (Even though the transcript does not yet have the accuracy usual later). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 87), which calls the cycle the earliest of which a listener's transcript exists. The translation is the maintainer's, not a published one.

Die Tatsache des Denkens ist die tiefste Tatsache, die es für ihn gibt. Da findet er die ergreifendsten Worte, die das für ihn bezeichnen, die für ihn auch die Gewissheit des göttlichen [Ur-Einen] gegeben haben. «Ich sche in die Welt hinaus und sche die verschiedensten Naturdinge. Ich konnte finden, dass sie göttlich sind, ich konnte aber nicht finden, dass sie Gott sind. Ich sehe die Menschen und sehe schließlich in mich hinein. Ich sche, dass ich göttlich sein muss, aber ich sehe auch, dass ich nicht «Gott bin. Ich musste da erst zur völligen Gewissheit in mir kommen, ich musste selbst besser werden. Dann entdeckte ich das «Gute in mir.» - Selbstvertiefung muss vorausgehen: Das ist dann wahre Mystik. Wenn du das, was in dir ist, nicht erst entdeckt hast, wird dir alle vorhergehende Selbsterkenntnis nichts fruchten. Erst erwecke in dir dieses Ur-Eine, dann wirst du das Tiefste auch finden können. - Er wollte zweifeln, dass er lebt, zweifeln, dass er denkt; das kann er aber nicht bezweifeln. Und was ist dieses Ur-Eine? «Ich fragte die Erde, das Meer, ich fragte die Winde» - siehe die «Bekenntnisse» -, «sie antworten: Wir sind nicht Gott.» Er hat das Geistige [da] nicht erkennen können. Er sah es nur unter Symbolen. Er glaubte [zunächst], das sei es. Das war aber sein Irrtum. Er empfindet es als das höchste Gut, das Geistige auch geistig zu schauen. - Ich sche jetzt die ewigen Ziele, die ewigen Ideen, wie sie die Pythagoreer gesehen haben. Ich sehe nicht bloß gezählte begriffene Dinge, sondern ich sche so, dass ich in die Zahlen, in die Dinge hineinsehe, dass ich das rein Geistige selbst sehe.

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Cite: GA 87/1902-04-19/p029 · edition original