24. Über Scotus Eriugena

GA 87/1902-04-26/p015 ·1902-04-26 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Auch wenn die Mitschrift noch nicht die später übliche Genauigkeit aufweist» (Even though the transcript does not yet have the accuracy usual later). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 87), which calls the cycle the earliest of which a listener's transcript exists. The translation is the maintainer's, not a published one.

Bei [Augustinus] fehlt vollständig, was bei den Gnostikern der ersten Jahrhunderte wahrscheinlich noch vorhanden war, und was die christliche Kirche nicht bewahrt hat: das Bewusstsein von einer durchgreifenden Individualität und jede Bemerkung von einer Seelenwanderung. Zwischen der Persönlichkeit und der Gottheit ist nichts eingeschoben. Augustinus musste jede menschliche Eigentümlichkeit sozusagen auf den Willen der Gottheit zurückführen. Er konnte nichts [anderes] sagen, da er nichts von einer durchgreifenden Individualität wusste. Das, was in mir als eigene Persönlichkeit auftritt, ist das Ergebnis dessen, was nach rückwärts und nach vorwärts ausgreift. Das muss [Augustinus] aber auf den Willen der Gottheit zurückführen. So schen wir eine Grenze zwischen der Gottheit und dem Willen des Einzelnen. Und so entsteht der [sogenannte Prädestinations-]Streit. Wir haben da auf der einen Seite diejenigen, welche selig werden, und auf der anderen Seite diejenigen, welchen das Eindringen in die Göttlichkeit nicht ermöglicht wird: trotz der ungeheuren Liebe auch die Durchführung des Furchtbaren. Also Dualismus.

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