24. Über Scotus Eriugena
Das Zweite ist die Herausentwicklung aus dem [Un-]Geschaffenen: die geschaffene und schaffende Natur. Das waren ihm die urewigen geistigen Kräfte. Schaffend und geschaffen sind sie. Das, was Platon die Ideenwelt nennt; das, was uns versinnbildlicht die Einheit, das ist auseinandergetreten in die Mannigfaltigkeit. Dieser Weltengeist, diese All-Seele, diese Welten durchdringende Geistigkeit, welche mannigfaltig ist, welche auseinandergelegt ist in Intelligenz und Unintelligenz - aber auf geistige Weise -, kurz diese ganze platonische Ideenwelt, welche als Geistwelt unserer Welt zugrunde liegt, diese Urgründe des Daseins, jene Gedanken, welche in der Gottheit lebten als Musterbilder, die ewigen Urgedanken der Gottheit - wir bilden uns die Ideen, aber sie haben sich in der Gottheit vorgelebt —, sie sind das «Worb. Nach den Musterbildern dieses Wortes sind die Dinge der Natur geschaffen. Sie setzt er gleich dem ewigen Sohn der Gottheit. Die unendliche Weisheit, der weisheitsvolle Geist: Das ist ihm der Sohn, die zweite Wesenheit, welche, wie er sich ausdrückt, ist zur ersten Wesenheit wie im Verhältnis des Sohnes zum Vater. Dieses Verhältnis hat dann eine geschichtliche Persönlichkeit — Jesus - erreicht: Jesus Christus. Dieser Christus ist ein begierdefreies Dasein, ein Dasein jenseits der Begierden- und Sinnenwelt, er kann ohne Wille Weisheit sein und ist einmal in die Welt gekommen, sagt sich Scotus Eriugena.