24. Über Scotus Eriugena
Es muss uns daher mit großer Befriedigung erfüllen, zu sehen, wie uns in der Theosophie der in allen Religionen liegende gemeinsame Geist entgegentritt. Wie wir durchdenken, durchdringen die alten Weisheiten des Buddhismus und sehen, welche unendliche Vertiefung das Geistesleben in diesen morgenländischen Lehren erfahren hat, so werden wir auch bemerken können, dass in unseren naturwissenschaftlichen Bestrebungen und auch im Christentum dieser Geist hervorgetreten ist. In den naturwissenschaftlichen Lehren ruht ja der Kern auch so wie in den Weltreligionen. Aber er ist nicht aus dem besten Kern desselben. Es ist im Grunde genommen gleich, ob wir das große Buch der Natur aufschlagen oder ein Religionsbuch zur Hand nehmen und nachschlagen. Beide führen zu den großen theosophischen Überzeugungen. Ich glaube, dass selbst der Flügel der Naturwissenschaft, welcher [nicht] auf der Seite des Christentums steht, in dieser Richtung kämpft: Selbst die Kämpfe, welche gegen die Kirche ins Feld geführt werden, sind christliche Kampfesweisen. Derjenige, welcher den tieferen Zusammenhang sieht, sieht gerade in der Art, wie die modernen Forscher das Christentum bekämpfen, diese Richtung. Was das Christentum und die Kirche geschmiedet haben, das wird gegen sie gebraucht.