14. Die höhere Entwicklung des Menschen
Erstens: Das Unterscheidungsvermögen, die Unterscheidung zwischen Dauerndem und Vergänglichem; das heißt, der Mensch muß lernen, in dem Vorübergehenden, in dem, was er wahrnimmt, die gestaltende Kraft zu erkennen, die bleibend ist. Allen Dingen, die unsere Sinne wahrnehmen, ist eine nach Kristallisation drängende Kraft innewohnend, so wie das Salz, das in warmem Wasser [gelöst ist, beim Abkühlen des Wassers] sich zu Kristallen zusammenschließt. Die Ackererde ist zerriebener Kristall, im Samenkorn steckt die Kraft, Pflanze und Frucht zu werden, und den Wirbelknochen ist die Möglichkeit gegeben, sich zur Schädeldecke auszugestalten. So ist das Lanzettfischchen, das nur aus der Wirbelsäule besteht, ein Abbild im Kleinen der ersten lebendig empfindenden Form, in der der Logos sich manifestierte. Der ungeheure, erste Fisch, der nur aus gallertartiger Masse bestand, ist der Urahn, welcher in seinen Wirbelknochen die Möglichkeit zur Entwicklung der Amphibien, der Fische, der Säugetiere und des Menschen trug. So ist der physische Mensch nur als eine vorübergehende Erscheinung aufzufassen, der seine mineralischen Stoffe täglich wechselt und dessen Sinnesorgane nicht bleiben werden, wie sie heute sind, sondern die sich höheren menschlichen Entwicklungsstadien anpassen werden und die Kraft der Umbildung in sich tragen.