4. Die Wesen der astralen Welt

GA 88/1903-11-18/p006 ·1903-11-18 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Aufzeichnungen von neunzehn Vorträgen und vier privaten Lehrstunden» (Records of nineteen lectures and four private teaching hours). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Ich möchte einige Einzelheiten erwähnen, die Ihnen zeigen werden, wie manches, was wir sonst unverständlich finden, sofort verständlich wird. Man kann oft sehen, daß gewisse Menschen, wenn sie an einem Abgrunde stehen, die unüberwindliche Begierde zeigen, sich in ihn hinein zu stürzen, trotzdem sie sich mit allen Kräften dagegen wehren. Oder man kann sehen, was für Gedanken durch eines Menschen Seele ziehen, wenn er ein Messer in der Hand hat. Alle diese Dinge haben ihre tiefe Begründung im menschlichen Astralleib. Sie beruhen darauf, daß wir im Astralen eine ganz andere Wesenheit haben, als sie uns im menschlichen Äußeren entgegentritt. Sie sind aber dem Schicksal, dem Karma unterworfen. Wer gewisse Begierden hat im Leben, der hat in einem früheren Leben Erlebnisse durchgemacht, die durch den gegenwärtigen Verstand tief in den Hintergrund gedrängt sein können. Sie schlummern aber im Astralkörper. Nehmen Sie an, jemand hat in einem früheren Leben an einem grausamen Krieg teilgenommen; da werden Sie in seiner Aura sehen, wie durch sein Karma alle diese Grausamkeiten in seinen Astralkörper eingebaut wurden, mit denen er nun im jetzigen physischen Leben harte Kämpfe zu führen hat. So wie die Fäden sich spinnen zwischen einem früheren und dem jetzigen Leben, so werden auch Fäden gesponnen von der Gegenwart aus zu späteren Leben. All dies sieht der Seher. Er sieht, wie das Karma eines Menschen sich gestaltet, und er sieht auch, wie zum Beispiel ein Mensch aus Klugheit einen Hang zu unterdrücken sucht oder wie er Gefühle zurückdrängt. Bis auf den Grund der Seele sieht der Seher. Diejenigen, die die Gabe des Sehens haben, halten das nicht für eine wünschenswerte Gabe, die in allen Fällen Freude bringt, hauptsächlich dann nicht, wenn die Menschen Gefühle haben, die sie besser nicht haben sollten. Und für den Anfänger, den Chela, ist es oft verhängnisvoll, denn leicht wird er angezogen von all dem, was er nun schaut.

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