{"corpus":"steiner","locus":"GA 9/wiederverkörperung_des_geistes_und_schicksal/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Als Bewahrerin des Vergangenen sammelt die Seele fortwährend Schätze für den Geist auf. Dass ich das Richtige von dem Unrichtigen unterscheiden kann, das hängt davon ab, dass ich als Mensch ein denkendes Wesen bin, das die Wahrheit im Geiste zu ergreifen vermag. Die Wahrheit ist ewig; und sie könnte sich mir immer wieder an den Dingen offenbaren, auch wenn ich das Vergangene immer wieder aus dem Auge verlöre und jeder Eindruck für mich ein neuer wäre. Aber der Geist in mir ist nicht allein auf die Eindrücke der Gegenwart beschränkt; die Seele erweitert seinen Gesichtskreis über die Vergangenheit hin. Und je mehr sie aus der Vergangenheit zu ihm hinzuzufügen vermag, desto reicher macht sie ihn. So gibt die Seele an den Geist weiter, was sie vom Leibe erhalten hat. — Der Geist des Menschen trägt dadurch in jedem Augenblicke seines Lebens zweierlei in sich. Erstens die ewigen Gesetze des Wahren und Guten und zweitens die Erinnerung an die Erlebnisse der Vergangenheit. Was er tut, das vollbringt er unter dem Einflusse dieser beiden Faktoren. Wollen wir einen Menschengeist verstehen, so müssen wir deshalb auch zweierlei von ihm wissen: erstens, wieviel von dem Ewigen sich ihm offenbart hat, und zweitens, wieviel Schätze aus der Vergangenheit in ihm liegen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Wiederverkörperung des Geistes und Schicksal (Reinkarnation und Karma)","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":206,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/9/wiederverkörperung_des_geistes_und_schicksal/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["AP1971","RSP1965"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/9/wiederverkörperung_des_geistes_und_schicksal/p005"},{"lang":"en","edition":"AP1971","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":false,"locus":"GA 9/l02/p005","anchor_mapped":true,"anchor_method":"positional","anchor_confidence":"medium","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/9/l02/p005?edition=AP1971"},{"lang":"en","edition":"RSP1965","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"locus":"GA 9/l02/p005","anchor_mapped":true,"anchor_method":"positional","anchor_confidence":"medium","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/9/l02/p005"}]}