VIII. Kosmologie und Planeten

GA 90a/1903-12-22/p005 ·1903-12-22 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Frühe Vortragsreihen und Einzelvorträge für Mitglieder in Berlin 1903–1904 nach ausführlichen und z.T. fragmentarischen Mitschriften.» (Early lecture series and single lectures for members in Berlin 1903-1904, from detailed and in part fragmentary listeners' transcripts.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 90a); the description calls them "Hörermitschriften", and the served text carries the note-taker's gap marker "[Lücke in der Mitschrift]". The translation is the maintainer's, not a published one.

Das Mittelalter ist auch nicht in genau demselben Sinne aufzufassen, wie unsere jetzigen Auffassungen sind. Wenn Sie bei Dante die Erde in der Mitte finden, und dann Sphären von Mond, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn und dann die Sphäre der Fixsterne, so bedeutet das nicht in demselben physischen Sinne den Raum wie das von der Astronomie im physischen Sinne aufgefasst wird, sondern dieses bedeutet geistige, mentale Zusammenhänge. Unter dem Physischen hat der Astronom des Mittelalters, der im Grunde genommen kein Astronom, sondern Theosoph war, nur eine Versinnlichung des geistigen Zusammenhangs verstanden. Er hat nicht dasselbe verstanden, nicht die grobklotzigen Tatsachen gegeben, wie der heutige Astronom sie gibt, sondern er wollte sie auffassen als eine Versinnlichung des geistigen Weltenzusammenhanges. Es wurde nur ein anderer Gesichtspunkt an die Stelle des alten Gesichtspunktes gerückt.

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