XLV. Okkulte Forschung über die Evangelien
Diejenigen, zu denen er kommt, sind völlig verwachsen mit ihrem Volk, mit ihrer Zeit. Jesus kam zu den Juden, obzwar er nicht aus diesem Volke heraus geboren ist, und hatte unter ihnen zu wirken. Er hatte aus der Volkssubstanz das Höhere zu schaffen, das blühen sollte in der Welt. Aus drei Gruppen gingen seine Anhänger hervor. Die erste Gruppe waren diejenigen, die an das Judentum geknüpft waren, an die Gesetze, die er gekommen war nicht aufzulösen, sondern in voller Toleranz zu erfüllen. Das war das Volk, in das er seine Lehre wie ein Senfkorn hineinlegte, auf dass es aufgehen sollte. Die zweite Gruppe, wo er mit voller Liebe und Toleranz seine Lehre verbreitete. Das war diejenige Gruppe, die wegen seiner persönlichen Macht und seines persönlichen Einflusses an ihn glaubte. Das waren diejenigen, die ihm nahegestanden haben, die wussten, was sie an ihm hatten. Und eine dritte Gruppe gab es noch. Das waren diejenigen, die glaubten wegen der Taten, die er tat, trotzdem sie ihm nicht besonders nahestanden, die aber durch seine Erscheinung gefesselt waren, die daher in dem Augenblicke, wo diese Erscheinung heruntergezerrt war — nach der Kreuzigung — nicht mehr glauben konnten, bis sie Beweise hatten.
Cite:
GA 90a/1904-07-18/p024 · edition original