{"corpus":"steiner","locus":"GA 90a/1904-07-18/p028","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wie kommt es nun aber, dass das Lazarus-Wunder sich nur im Johannes-Evangelium findet? Wie kommt es, dass im Johannes-Evangelium diesem Lazarus-Wunder eine so große Bedeutung beigelegt wird? Und wie kommt noch etwas anderes, was Sie auch bemerken müssen, wie kommt es, dass der Jünger, den Jesus lieb hatte, erst nach dem Lazarus-Wunder auftritt? Lesen Sie von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet das Johannes-Evangelium, und Sie werden zwar nicht einsehen können, aber Sie werden es demjenigen, der es wissen kann, glauben, dass dieses Lazarus-Wunder des Jüngers, den Jesus lieb hatte, ein Selbstbekenntnis ist für etwas, das Johannes selbst erlebt hat. Damals ist er der erweckte Jünger geworden, den Jesus lieb hat. Dieses Selbstbekenntnis weiß derjenige zu würdigen, der den Stil solcher Darstellungen der uralten Zeiten kennt, wo sie nicht niedergeschrieben wurden, aber immer und immer wieder von den Lehrstühlen verkündigt worden sind. Solche Selbstbekenntnisse, dass der oder jener einem lieb war, finden Sie nicht sehr oft. Das ist der Grund, warum das Wunder nur im Johannes-Evangelium erzählt wird, eben weil es ein Selbstbekenntnis ist. Das ist auch der Grund, warum im Johannes-Evangelium das Tiefste erzählt wird, nämlich das Jesu-Leben selbst. Das ist auch der Grund, warum derjenige, der es ursprünglich gelebt hat - nicht der Schreiber -, es am besten gewusst hat. Lesen wir das Johannes-Evangelium typisch, und entziffern wir darin den tieferen Sinn.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"XLV. Okkulte Forschung über die Evangelien","site_heading":null,"date":"1904-07-18","location":null,"word_count":222,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/90a/1904-07-18/p028","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/90a/1904-07-18/p028"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/90a/1904-07-18/p028","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Frühe Vortragsreihen und Einzelvorträge für Mitglieder in Berlin 1903–1904 nach ausführlichen und z.T. fragmentarischen Mitschriften.","evidence_translation":"Early lecture series and single lectures for members in Berlin 1903-1904, from detailed and in part fragmentary listeners' transcripts.","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 90a); the description calls them \"Hörermitschriften\", and the served text carries the note-taker's gap marker \"[Lücke in der Mitschrift]\". The translation is the maintainer's, not a published one."}}