{"corpus":"steiner","locus":"GA 90a/1904-07-18/p031","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das ist aber nur dem okkulten Forscher klar; ihm aber ist es ganz klar. Bekanntlich steht an der Stelle, wo die deutsche Übersetzung das ‹Wort› hat, der Ausdruck ‹Logos›. Im Anfang war der Logos. Was ist nun der Logos? Der Begriff des Logos, wie er hier gemeint ist, ist schwer zu verstehen. Er hat einen uralten Ursprung. Nun ist es zwar richtig, dass das Johannes-Evangelium, so wie es uns vorliegt, eine starke Nuance griechischer Schriftstellerei hat. Wer es aber genau prüft, wird auf der anderen Seite wieder sehen, dass der Schreiber des Johannes-Evangeliums wohl das eingehalten hat, was es ursprünglich war, nämlich ein von dem Jünger, den der Meister lieb hatte, geschriebenes Buch, ein Buch, welches darstellen sollte, dass dieser Jünger die Mutter Jesu zu sich genommen hat. Da muss man freilich die tiefere jüdische Lehre kennen. Diese tiefere jüdische Lehre finden Sie nicht bei Pharisäern und Sadduzäern. Sie finden sie eher noch bei den Sadduzäern. Sie finden sie aber bei einer großen Persönlichkeit in Alexandrien. Sie finden da aber auch die Lehre vom Logos. Dieses Wort ist aber auch nicht in Alexandrien entstanden. Dieses Wort können Sie zu allen Zeiten verfolgen. Ich möchte nur an ein paar Beispielen klarmachen, was der Mensch von damals mit dem Worte Logos für einen Begriff verbunden hat. So wie das Wort uns vorliegt, ist es nur ein griechisierter hebräischer Begriff. Weil Platon in seiner Lehre den Logos angenommen hat, hat man gesagt, dass er ein attisch redender Moses sei. Wir dürfen uns nicht wundern, dass wir die Logoslehre in einer etwas griechischen Gestalt vermittelt erhalten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"XLV. Okkulte Forschung über die Evangelien","site_heading":null,"date":"1904-07-18","location":null,"word_count":262,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/90a/1904-07-18/p031","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/90a/1904-07-18/p031"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/90a/1904-07-18/p031","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Frühe Vortragsreihen und Einzelvorträge für Mitglieder in Berlin 1903–1904 nach ausführlichen und z.T. fragmentarischen Mitschriften.","evidence_translation":"Early lecture series and single lectures for members in Berlin 1903-1904, from detailed and in part fragmentary listeners' transcripts.","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 90a); the description calls them \"Hörermitschriften\", and the served text carries the note-taker's gap marker \"[Lücke in der Mitschrift]\". The translation is the maintainer's, not a published one."}}