XLVI. Evangelien und Einweihung

GA 90a/1904-07-25/p016 ·1904-07-25 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Frühe Vortragsreihen und Einzelvorträge für Mitglieder in Berlin 1903–1904 nach ausführlichen und z.T. fragmentarischen Mitschriften.» (Early lecture series and single lectures for members in Berlin 1903-1904, from detailed and in part fragmentary listeners' transcripts.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 90a); the description calls them "Hörermitschriften", and the served text carries the note-taker's gap marker "[Lücke in der Mitschrift]". The translation is the maintainer's, not a published one.

Die Herabkunft des Heiligen Geistes bei der Taufe Jesu in der Gestalt einer Taube ist ein wichtiger Abschnitt im Leben Jesu. Die Teile vor und nach der Taufe kann man als ein höheres und als ein Höchstes unterscheiden. Markus und Johannes erzählen uns daher nur die höchsten Formen, in denen uns der Christus entgegentritt. Die drei Grade der Chelaschaft kann man unterscheiden bis zur Taufe. Dann aber findet eine wirkliche Vertauschung der Wesenheit Jesu durch den Christus statt. Diese Christus-Natur ist identisch mit dem, was in allen Religionen als Gott bezeichnet wird und oft auch die Vater-Natur genannt wird. Bis zu seinem dreißigsten Jahre haben wir Jesus aufzufassen wie jeden anderen Initiierten. Von da ab aber tritt die Christus-Wesenheit in ihn ein, und von da ab gewinnt die Jesus-Christus-Persönlichkeit eine kosmologische Bedeutung. Diese göttliche Wesenheit war, ehe denn Abraham war.

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