LV. Die Gestaltung des Menschen I

GA 90a/1904-08-23/p009 ·1904-08-23 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Frühe Vortragsreihen und Einzelvorträge für Mitglieder in Berlin 1903–1904 nach ausführlichen und z.T. fragmentarischen Mitschriften.» (Early lecture series and single lectures for members in Berlin 1903-1904, from detailed and in part fragmentary listeners' transcripts.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 90a); the description calls them "Hörermitschriften", and the served text carries the note-taker's gap marker "[Lücke in der Mitschrift]". The translation is the maintainer's, not a published one.

Nun aber kommt sie mit dem Geiste in Berührung, der sich im Denkorgan, im Gehirn, ein leibliches Werkzeug geschaffen hat. Das Denken dient ihr zunächst; der Mensch denkt über seine Empfindungen und Leidenschaften nach. Um diese zu befriedigen, führt er Gelegenheiten herbei, handelt - dadurch stellt die Denkkraft die Seele in eine höhere Gesetzmäßigkeit hinein, der sie als bloße Empfindungsseele nicht angehört; sie wächst hinaus über das, was sie beim Tiere oder bei ganz unentwickelten Menschen ist. Sie wird zur Verstandesseele. Diese wird vom Hellseher als besondere Wesenheit innerhalb des Seelenleibes geschaut, als zweites Glied. Durch die Verstandesseele wird der Mensch über das Eigenleben hinausgeführt. Er erschließt sich immer mehr dem Geist. Insofern er sich der Erkenntnis des Wahren und Guten erschließt, nimmt er das Ewige in sich auf, das, was in sich selbst besteht und nicht von Eindrücken abhängt. Das, was als Ewiges in der Seele aufleuchtet, sei «Bewusstseinsseele genannt. Die Leiblichkeit wirkt auf sie begrenzend, die Geistigkeit erweiternd.

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