LXIV. Über das Hellsehen

GA 90a/1904-10-30/p008 ·1904-10-30 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Frühe Vortragsreihen und Einzelvorträge für Mitglieder in Berlin 1903–1904 nach ausführlichen und z.T. fragmentarischen Mitschriften.» (Early lecture series and single lectures for members in Berlin 1903-1904, from detailed and in part fragmentary listeners' transcripts.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 90a); the description calls them "Hörermitschriften", and the served text carries the note-taker's gap marker "[Lücke in der Mitschrift]". The translation is the maintainer's, not a published one.

Das ist eine Welt, die, wenn sie durchschaut werden könnte, erfüllt wäre von Tatsachen der sogenannten astralen Welt. Ebenso wie die physische Welt von den Tatsachen der sinnlichen Welt erfüllt ist, erlebt man hier die spirituellen Tatsachen. Aber drüben erleben wir Gefühle, Leidenschaften, Wünsche, Begierden, Triebe als Tatsachen. Wir erleben sie nur so, wie sie als seelische Vorgänge vorhanden sind, nicht so, wie sie sonst sind in unserer persönlichen, durch das Erdenleben sich brechenden Gestalt. Es ist eben eine andere Welt, die der Mensch da erfährt und von der er nur Stücke herüberbringt in das gewöhnliche wache Tagesbewusstsein. Niemals dürfte irgendjemand nach dem, was er vom Trauminhalt in das wache Tagesbewusstsein herüberbringt, die Erlebnisse im sogenannten Astralen charakterisieren. Das ist eine ebenso reiche, ja viel reichere Welt als die Sinnenwelt, die hinsichtlich dessen, was sie an Gegensätzen bietet, sich nicht vergleichen lässt mit dem, was in unserer Sinnenwelt vor sich geht. Das, was gut, hell leuchtend, strahlend erscheint und was auf der anderen Seite an furchtbaren, abstoßenden grauenhaften Erscheinungen auftritt, lässt sich seiner Mannigfaltigkeit nach nicht vergleichen mit dem, was unsere Sinnenwelt bietet.

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Cite: GA 90a/1904-10-30/p008 · edition original