LXIV. Über das Hellsehen

GA 90a/1904-10-30/p012 ·1904-10-30 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Frühe Vortragsreihen und Einzelvorträge für Mitglieder in Berlin 1903–1904 nach ausführlichen und z.T. fragmentarischen Mitschriften.» (Early lecture series and single lectures for members in Berlin 1903-1904, from detailed and in part fragmentary listeners' transcripts.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 90a); the description calls them "Hörermitschriften", and the served text carries the note-taker's gap marker "[Lücke in der Mitschrift]". The translation is the maintainer's, not a published one.

Es gibt im gewöhnlichen menschlichen Bewusstsein einen Punkt, der für die Entwicklung eines jeden Menschen, der einigermaßen sinnend oder sinnig ist, Epoche macht. Das ist das Erwachen des Selbstbewusstseins. Sie alle wissen, dass das Kind zunächst nicht in der Ich-Form spricht, sondern sagt: «Karlchen will», «Mariechen will». Es ist eine ganz bestimmte Entwicklungsstufe im Leben des Menschen, bei der die Möglichkeit auftritt, dass er zu sich Ich sagt. Dieses Erwachen des Ich-Bewusstseins unterscheidet sich von allen anderen Tatsachen, die man erleben kann. Es ist ein ganz intimes Erlebnis. Zu sich selber kann jeder Ich sagen. Jedem anderen Ding kann man einen anderen Namen beilegen. Ich kann nur jeder von sich selbst sagen und niemand kann zu einem anderen Ich sagen. Nur ein Mensch kann sich mit dem ganz bestimmten Namen, mit dem Ich bezeichnen.

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