IV. Die Apokalypse und theosophische Kosmologie I
Innerhalb der theosophischen Bewegung selbst tritt in Bezug auf diese Lehre von der Entwicklung unserer Erde ein scheinbarer Widerspruch auf. Als zum ersten Mal die großen Lehrer der theosophischen Bewegung, die wir die Meister nennen, etwas von dem geheimen Wissen europäischen Schülern, sogenannten Laien-Chelas, mitteilten, da war es tatsächlich dieser europäische Laien-Schüler, unser verehrter Freund Sinnett, der das erste wirkungsvolle Buch «Esoterischer Buddhismus» nach den Mitteilungen des Meisters geschrieben hat. Es war diesem Laienschüler sehr viel unklar. Das konnte nicht anders sein, denn das ganze europäische Denken unterscheidet sich ganz wesentlich von der Art und Weise des Denkens eines wirklichen Okkultisten, eines wirklichen Esoterikers. Derjenige, der mit europäischen Kulturbegriffen ausgerüstet ist - und Sie dürfen nicht vergessen, dass der jetzige Mensch ganz in den Vorurteilen der heutigen Zeit aufwächst -, versteht schr leicht falsch, was der Esoteriker sagt, weil er es übersetzt in seine vom Materialismus hergenommenen Begriffe. So lag zunächst ein gewisses Missverhältnis zugrunde, als der erhabene Meister an Sinnett durch die Vermittlung von Helena Petrovna Blavatsky die ersten Lehren über die Entwicklung unserer Erde gab.
Cite:
GA 90b/1905-01-30/p009 · edition original