IV. Die Apokalypse und theosophische Kosmologie I
Vor allen Dingen werden Sie aber den Unterschied sehen, wenn Sie die Menschen betrachten. Auf allen drei Globen ist der Mensch vorhanden. Auf dem ersten Globus war der Mensch in einem solchen Zustand, dass er ganz abhängig war von den äußeren, auf ihn einwirkenden Kräften. Der Mensch in unserer Zeit, auf unserer physischen Erde, hat seine Hände, seine Beine, er kann gehen, kann sich bewegen, kann den Mund bewegen - das liegt heute alles in seiner Willkür. Das war auf dem astralen Globus noch nicht in demselben Maße vorhanden; der Mensch war damals noch viel mehr Automat. Er gab das wieder, was äußere Kräfte in ihm anregten. Er bewegte seine Hände, weil äußere Reize auf ihn einwirkten. Er war den äuReren Reizen anheimgegeben. Das ist anders geworden, der Mensch ist selbstständiger geworden auf dem Globus, den wir unsere Erde nennen. Und das wird noch anders sein, wenn wir auf dem dritten, dem plastischen Globus sein werden. Der physische Leib ist da verschwunden, die Erde ist in Auflösung, Verdunkelung ist eingetreten. Dann wird der Mensch nicht nur seine Glieder bewegen können, sondern er wird imstande sein, seine eigene Gestalt nach Willkür zu formen, sodass der Mensch - während er heute eine bleibende Physiognomie hat — nicht imstande sein wird, durch seine Physiognomie seine Gefühle zu verbergen. In seinem äußeren Aussehen wird er einen unmittelbaren Siegelabdruck geben von dem, was in seinem Inneren lebt. Wir werden imstande sein, unsere Hände zu verlängern, nicht nur zu bewegen. Der Mensch wird imstande sein, sich plastisch von innen heraus selbst zu bilden. Seine Form wird das Ergebnis dessen sein, was in seinem Innern lebt. Das Leben wird sich in der Form mehr zum Ausdruck bringen.
Cite:
GA 90b/1905-01-30/p013 · edition original