XXXIII. Die Altnordischen Göttersagen
GA 90b/1905-03-22/p012
·1905-03-22
·
original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Frühe Vortragsreihen und Einzelvorträge für Mitglieder in Berlin 1905–1906 nach ausführlichen und z.T. fragmentarischen Mitschriften.» (Early lecture series and single lectures for members in Berlin 1905-1906, from detailed and in part fragmentary listeners' transcripts.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 90b); the description calls them "Hörermitschriften", and the served text carries the note-taker's gap marker "[Lücke in der Mitschrift]". The translation is the maintainer's, not a published one.
Baldur ist der Gott der Sonne, der Bringerin alles Lebens, der wirkenden Sonnenkräfte. Loki ist sein notwendiger Gegner. Baldur wurde von schweren Träumen geängstigt, die sich nachher erfüllen sollten. Alle Geschöpfe leisten einen Eid, Baldur nicht zu verletzen, nur die Mistel nicht; keiner kann ihn töten, nur das Schädliche in der Erdenentwicklung. Darum wird die Mistel von Hödur nach Baldur geworfen. Hödur ist die blinde, mechanische Notwendigkeit, die sich dessen bedienen muss, was früher zurückgeblieben ist, um Baldur zu überwinden. Das war der eine Teil des Mysteriums. Der andere Teil war, dass die blinde, mechanische Notwendigkeit überwunden wurde dadurch, dass durch das Christuserlebnis Harmonie hereingebracht wurde. In Christus muss ein neuer Baldur auferstehen.
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