{"corpus":"steiner","locus":"GA 90b/1905-06-19/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ohne die Bergpredigt zu kennen, kann man auch das Christentum nicht verstehen. Nicht umsonst steht gerade die Bergpredigt am Anfang des Evangeliums. Aber auch sie ist, wie so vieles andere, nicht nur missverstanden worden, sondern überhaupt nicht gekannt. Diese Unkenntnis eines solch wichtigen Kapitels rührt davon her, dass weder bei Gelehrten noch auf kirchlicher Seite auch nur eine Spur von geistiger Erfassung der tieferen christlichen Wahrheiten zu finden ist. Wenn wir so etwas verstehen wollen wie die Bergpredigt, müssen wir uns darüber klar sein, dass die heutige hausbackene, philiströse Auffassung durchaus nicht dem wahren Christentum entspricht. Eine solche Auffassung, wie sie nicht ein Christ, sondern wohl der Verfechter der sogenannten französischen Staatsmoral haben konnte - l’&tat c’est moi —, würde niemals die Kraft gehabt haben, die das Christentum hatte - eine solche Kraft, die in einer solchen Weise durch die Jahrhunderte hindurch wirkt, hat nie hausbackene Quellen, sondern sie hat geistig-okkulte Quellen. Und die wollen wir einmal in Bezug auf die Bergpredigt bloßlegen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Self-Knowledge and God-Knowledge II","date":"1905-06-19","location":null,"word_count":163,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/90b/1905-06-19/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"translation_credit":null,"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/90b/1905-06-19/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/90b/1905-06-19/p004","paragraph_aligned":true}]}