XVII. Das Verhältnis des Okkultismus zur theosophischen Bewegung
Nehmen Sie zum Beispiel die Lehre der Sphärenmusik des Pythagoras, wie er sie seinen Schülern beigebracht hat. Die Philosophen suchen die okkulte Musik des Pythagoras als ein ganz einfaches System darzustellen. Der Verstand kann das schnell fassen. Aber ihm kam es darauf an, dass der Schüler erst dann dazu kam, wenn sein Gemüt, seine Stimmung dafür vorbereitet war. Demjenigen, der keinen Sinn hat für Bilder, die dem Astralischen entstammen, ist es auch unmöglich, das Bild der Sixtinischen Madonna von Raffael in seinem tieferen Sinne erklären zu wollen: Das Gefühl, das Gemüt, muss sich an ihm hinaufranken. Dasjenige, was sonst in der Idee kalt lässt, erscheint ihm hier im Bild künstlerisch lebensvoll als der göttliche Weltgedanke, als dasjenige, wonach die göttlichen Kräfte die Welt geschaffen haben - und eine einfache Linie wird zu etwas Heiligem! Dadurch, dass die Gedanken sich um das Element des Göttlichen herumschlingen, wird der Gedanke entgegengebracht göttlicher Einwirkung.
Cite:
GA 90b/1905-10-22/p016 · edition original