XXI. Erkenntnis Der Höheren Welten II

GA 90b/1905-12-18/p006 ·1905-12-18 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Frühe Vortragsreihen und Einzelvorträge für Mitglieder in Berlin 1905–1906 nach ausführlichen und z.T. fragmentarischen Mitschriften.» (Early lecture series and single lectures for members in Berlin 1905-1906, from detailed and in part fragmentary listeners' transcripts.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 90b); the description calls them "Hörermitschriften", and the served text carries the note-taker's gap marker "[Lücke in der Mitschrift]". The translation is the maintainer's, not a published one.

Daher kommt es, dass Einwendungen gemacht werden können wie in dem erwähnten Briefe. Denken Sie sich einmal, was eine solche Einwendung bedeutet. Sie ist ganz dasselbe, wie wenn Sie jemandem einen Vorschlag machen wollten, er solle zu einem Vortrag kommen über Botanik und er schriebe Ihnen zurück: Ich habe einiges gelesen von Botanik, gelesen, dass sie unterscheidet zwischen verschiedenen Pflanzen - Orchideen, Eichen, Palmen und so weiter —, aber es interessiert mich nicht weiter. Ich will nicht zwischen den einzelnen Pflanzen unterscheiden, ich will mich damit begnügen ein allgemeines, unmittelbares Gefühl von dem Pflanzendasein als solchem zu haben. Ich weiß, dass die Welt Pflanzen hat: Eichen, Lilien, Tulpen, Pappeln - das sind Pflanzen; es ist für mich aber eine übertriebene Gnosis, wenn man erst unterscheiden soll zwischen Lilien, Tannen, Tulpen, Pappeln. Ich begnüge mich damit, dass es im Allgemeinen etwas Geistiges gibt, etwas Göttliches, das die Welt durchflutet was reden mir die Leute etwas vor von solchen Wesenheiten. Ein solcher ist in derselben Lage wie der, welcher den Einwand gegen die Unterscheidung in der Botanik macht. Dieses Unterscheidungsvermögen hat die Menschheit seit Jahrhunderten etwas verloren. Dieses Unterscheidungsvermögen muss heute aber wieder erweckt werden. Gerade dazu ist die theosophische Weltanschauung da. Für den, der die geistigen Zusammenhänge kennt, ist es wirklich kein leichter Entschluss, vor die Welt hinzutreten und von den großen Zusammenhängen zwischen den großen geistigen Wesenheiten zu sprechen, denn er weiß, wie hart es ist, in dieser Zeit Verständnis zu erzielen, und wie der Mensch beirrt werden kann durch solche Auseinandersetzungen über die geistigen Wesenheiten. Aber zu gleicher Zeit muss ein solcher hineinblicken in den Gang der geistigen Welt.

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