XXI. Erkenntnis Der Höheren Welten II

GA 90b/1905-12-18/p007 ·1905-12-18 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Frühe Vortragsreihen und Einzelvorträge für Mitglieder in Berlin 1905–1906 nach ausführlichen und z.T. fragmentarischen Mitschriften.» (Early lecture series and single lectures for members in Berlin 1905-1906, from detailed and in part fragmentary listeners' transcripts.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 90b); the description calls them "Hörermitschriften", and the served text carries the note-taker's gap marker "[Lücke in der Mitschrift]". The translation is the maintainer's, not a published one.

Es ist wenig bekannt, dass die Erscheinungen der Welt in den sogenannten Zyklen verlaufen. Heute in der materialistischen Zeit übersieht man den regelmäßigen rhythmischen Gang auch der fatalen Erscheinungen in der Welt. Der aber, der hineinsieht in das Getriebe des großen menschlichen Geisteslebens, der sieht etwas herankommen, etwas, was sich mehr und mehr der Menschheit offenbart. Auch das ist paradox, was ich jetzt sagen will, aber es wird nur zu klar erkannt werden in einiger Zeit, vielleicht in einer nicht zu fernen Zeit. Dasjenige, was der Menschheit bevorsteht, bevorstehen muss einfach wegen des Materialismus, der sich seit vier Jahrhunderten vorbereitet hat, das ist ein gewisser Verlust des geistigen Lebens, eine Verwirrung im geistigen Leben, die sich ganz gewiss ausbilden würde zu einer Art von geistiger Krankheit, zu einer Art von Epidemie, wenn nicht durch die Einstrahlungen der Lehrer des geistigen Lebens dieser geistigen Epidemie gerade entgegengearbeitet würde. Vor dem würden wir stehen. Heute bereitet es sich langsam vor. Wer nicht Augen hat, sieht nicht, und wer nicht Ohren hat, hört nicht, wenn er auch in der Psychiatrie drinnen steht. Wer aber seelisch beobachten kann, der weiß, in welcher Gefahr der Mensch steht. Diese Gefahr muss nicht kommen, aber sie würde kommen, wenn nicht durch das Leben dieser menschliche Geist wieder in sich befestigt würde, das heißt einen richtigen Mittelpunkt erhielte. Zu nichts anderem soll die Theosophie da sein, als im tiefsten Seelengrunde des Menschen Charakter, festen, starken Charakter zu erzeugen, keine geistig schwankende Natur aufkommen zu lassen. Derjenige, der mit seinem Erkennen so hinhuscht, hin und her irrlichterliert durch die äußeren materiellen Erscheinungen des Daseins, heute dem und morgen jenem sich zuneigt, der ist der großen Gefahr ausgesetzt, seinen geistigen Mittelpunkt zu verlieren. Und da hilft es auch nichts, wenn wir mit allgemeinen Ideen von Göttlichkeit und Geistigkeit dieses Hinhuschen durchtränken. So wie der nur Herrscher und sicher ist im Pflanzenreich, der Botanik gelernt hat, so vermag nur der Sicherheit zu haben mit den geistigen Wesenheiten — die nun einmal da sind —, der eine Erkenntnis der geistigen Welt hat.

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Cite: GA 90b/1905-12-18/p007 · edition original