XXXVIII. Das Vergängliche und das Ewige
Die Weisheitslehre unterscheidet zwischen dem bloßen Kulturmenschen und dem Chela. Im alten Griechenland gab es Schulen, in denen nicht nur die große Kultur bewirkt, sondern auch Chelas - Eingeweihte - gebildet wurden. Von einem solchen verlangte man, dass er eine Katharsis - Reinigung, Läuterung - durchgemacht habe. Dann erst werden die Budhi und der Christus erweckt. Der Unterschied zwischen dem Kulturmenschen und dem Chela ist im Tode folgender: Stirbt ein Chela, so löst sich sein Ätherleib nicht mehr im Weltenäther auf, sondern es bleibt soviel vorhanden, als das Ich hineingearbeitet hat. Der Chela findet hernach seinen Ätherleib wieder vor, um ihn bei der Wiederverkörperung zu beziehen; während der Kulturmensch einen neuen bekommt.
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GA 90b/1906-01-10/p025 · edition original