XI. Über Gutes und Böses
Das Klavier als Beispiel. Es wird hergestellt mit Hammer und Säge. Wenn Sie es noch weiterbearbeiten, nachdem es fertig ist, verfehlt es die Aufgabe und das Instrument geht zugrunde. Irdischer Egoismus ist nichts anderes als ein wohltätiges Prinzip in der lunarischen Epoche. Er ist etwas Schlechtes in der irdischen Epoche. Es gibt eigentlich kein Böses. Das Böse ist das Gute - nur am unrechten Ort. Dadurch, dass ein kosmisches Entwicklungsprinzip in einem falschen Zusammenhange auftritt, entsteht das Böse. Das Böse erscheint uns nur solange böse, als wir es in der Einschränkung betrachten. Es ruft aber an einer anderen Stelle etwas Gutes hervor, wodurch es ausgeglichen wird. Für jedes Böse in der Welt gibt es etwas entsprechendes Gute, das die Gleichgewichtslage wiederherstellt. Darauf bezieht sich auch der Spruch: «Vollkommen ist nur der Vater im Himmel; warum nennt Ihr mich vollkommen».
Cite:
GA 90c/1903-10-20/p014 · edition original