4. Hilfsbegriffe, Neues Testament
Das tiefste, das mystische Evangelium ist das Johannes-Evangelium. Nach Forschung evangelischer Theologen ist es das späteste, 150 Jahre später geschrieben. Das beruht auf der Nicht-Sitte des Schreibens im Anfang. Wer ist der Schreiber dieses Evangeliums? Wir finden nirgends den Namen Johannes. Immer nur die Bezeichnung «der Jünger, den der Meister lieb hat». Das bedeutet in der Geheimsprache: einer, der vom Meister selbst eingeweiht ist. Wer stand am Kreuz? Jesu Mutter, Maria, deren Schwester. Nirgends steht es, dass die Mutter Maria geheißen hat. Lesen wir die Hochzeit zu Kana. «Weib, was habe ich mit dir zu schaffen?» Lesen wir weiter bei der Kreuzigung: «Weib, siehe das ist dein Sohn.» Das alles ist nur für den Geheimforscher verständlich: Als die Mutter eines Eigeweihten bezeichnet man sein Volk. Zugleich ist er aus seinem Volke herausgewachsen, er entspringt ihm, wächst aber hinaus. Hier müssen wir als «Mutter verstehen das jüdische Volk. Maria von Magdala repräsentiert den Teil des Volkes, der an ihn [glaubt] seiner Wunder wegen; ‹Kleophas Weib› [repräsentiert] den Teil des Volkes, der jüdisch fühlt. Er ist aber herausgewachsen aus dem Teil des jüdischen Volkes, das eine allgemeine Grundlage bildet, [das] die alexandrinische Weisheit schon aufgenommen hatte, [das] nicht beschränkt war auf Palästina; das ist die eigene Mutter, aus der Jesus herausgewachsen; die soll der Jünger zu sich nehmen. So verbreitet das Johannes-Evangelium die Wahrheit auf jüdisch-alexandrinischer Grundlage — Juden in der Diaspora — in der gelehrten Form. Diese Mutter war namenlos geworden, zerstreut in der Welt. Hochzeit = Festlichkeit. Symbol der Umwandlung für die alte Religion, die Wasser war, in den Wein des neuen Bundes. Er gründet etwas Neues, seine Stunde ist aber noch nicht gekommen. Deshalb: ‹Weib, was habe ich mit dir zu schaffen?›