1. Gut und Böse
Wir hatten auch von den Druidenpriestern gesprochen, die das Volk durch Märchen und Mythen belehrt hatten. Sie waren zugleich Heiler, Priester, Astrologen; sie hatten inspirierte Kenntnisse. Als das keltische Element abgelöst wurde von den germanischen Stämmen, trat auch der Glaube an die alte Form der Inspiration zurück. Dem Mann wurde die Eroberung des physischen Plans anvertraut; er wurde Krieger. Die intuitive und produktive Kraft tritt uns im Weiblichen entgegen. Die Frau wurde Priesterin, die zu gleicher Zeit Heilerin war, zum Beispiel die Weleda. Alle Heilkunst war damals in den Händen der Frau; der Mann wurde hinausgedrängt auf den äußeren, physischen Plan. Auch in der Zeit der Merowinger und Karolinger treffen wir dies noch an. Erst durch die von den Mönchen bei den Mauren erlernte Wissenschaft wurde dann das spirituelle Element immer mehr verdrängt. Und vom 16. bis zum 19. Jahrhundert nahm die materielle Denkweise immer mehr zu. Die psychischen Heiler weichen; sie kommen in Mißkredit und werden als Zauberer oder Hexen verachtet. Damit hängt zusammen der Verlust der Fähigkeit, überhaupt mit psychischen Mitteln heilend zu wirken; die Heilung auf diesem Wege ist nicht mehr so wirksam. Paracelsus besaß diese Fähigkeiten noch vollkommen.